Software Factory: Punktsieg für die automatisierte App-Entwicklung

Web-App versus native App – eine seit geraumer Zeit kontrovers geführte Diskussion, die die Lager spaltet. Die Hauptargumente im Ring: Kosten gegen Usability. Aber ist diese Debatte überhaupt noch zeitgemäß? Wir sagen: „Nein“. Unsere Software Factory löst diesen Gegensatz auf, indem sie die wirtschaftliche App-Entwicklung für alle relevanten Betriebssysteme ermöglicht.


Tatsache ist, das gute alte Handy wird zum Auslaufmodell. Laut neuesten Zahlen des BITKOM sind dieses Jahr voraussichtlich vier von fünf verkauften Handys in Deutschland Smartphones.  Ein Grund für diesen Erfolg: Smartphones haben sich zu mobilen Alleskönnern entwickelt. Ausgestattet mit immer stärkeren Prozessoren sind selbst komplexe Grafikanwendungen problemlos darstellbar. Und der User hat sich an die Vorteile gewöhnt. Bank- und Reisedaten oder der aktuelle Bearbeitungsstand der Unfallmeldung – die komfortable Abrufbarkeit von Informationen über das Smartphone wird heute erwartet. Die User sind „Always-on“. Das bedeutet für Unternehmen, sie müssen auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Apps bereitstellen. Und der Anwender bewertet diese vor allem anhand der Kriterien Leistungsfähigkeit, Bedienerfreundlichkeit, Sicherheit und Design.

Heterogene Plattformen und Sprachen

Die steigende Verbreitung von Smartphones eröffnet interessante Perspektiven. Über Apps erhöht sich die Erreichbarkeit der Zielgruppe und als Marketinginstrument verbessern sie nicht nur den Kundenservice, sondern festigen auch die Kundenbindung. Auf der anderen Seite stellt die App-Entwicklung Unternehmen aber zunehmend vor Herausforderungen – vor allem vor dem Hintergrund, dass sich der Smartphonemarkt immer stärker fragmentiert. Apple verliert an Dominanz, das Google Betriebssystem Android holt auf. Zusätzlich bringt sich das Windows Phone 8 von Microsoft in Stellung und zuletzt ist auch ein fast tot geglaubter Player wieder auferstanden: Blackberry erlebt mit dem z10 eine kleine Renaissance. Das Problem an dieser Entwicklung? Uneinigkeit. Denn bis heute können oder wollen sich die unterschiedlichen Anbieter nicht auf einen gemeinsamen Sprachstandard verständigen und das heißt, jedes Betriebssystem erfordert eine separate App.

Mobile Plattformen und unterstützte Sprachen

Die mobilen Plattformen unterstützen verschiedene Sprachen.

Es stellt sich die Frage nach dem Ausweg aus diesem Dilemma. Bisherige Gegner im Kampf um die optimale Lösung: Responsive Design mit einem Web-Browser (Web-App) oder die kostenintensive Entwicklung mehrerer plattformspezifischer nativer Apps. Aus unserer Sicht beides Kontrahenten mit Schwächen.

Herausforderer 1: Responsive Design mit einem Web-Browser

Unter Responsive Design versteht man die technische Umsetzung eines anpassungsfähigen Webseitenlayouts. Technische Basis hierfür sind neueste Webstandards wie z.B. HTML5. Diese textbasierte Auszeichnungssprache erlaubt die Konzeption komplexer Webseiten. So werden unter anderem neue Formularelemente (Felder für Datum, Uhrzeit, E-Mail, URLs etc.) unterstützt, das lokale Speichern von Daten auf dem Client ermöglicht und ein Standard für das Abspielen von Audio- und Videodateien bereitgestellt.

Unterstützung von HTML5-Funktionen

Die verschiedenen mobilen Plattformen mit ihren Browsern unterstützen einen großen Teil der HTML5-Funktionen.

In Verbindung von HTML5 mit CSS3 (Cascading Style Sheets) lässt sich durch Media Queries das Look & Feel einer Webseite an das jeweilige Endgerät anpassen – egal ob Computer, Smartphone oder Tablet. Der Content muss nur einmal gepflegt werden. Die Darstellung erfolgt über den Web-Browser. Diesen Ansatz nutzen wir z.B. auch für unsere PASS Homepage.

Responsive Design

Abhängig von der Bedienoberfläche und der Hardware werden Webseite über Responsive Design dynamisch endgerätegerecht dargestellt.


Eine Lösung für alles. Das ist der Vorteil des Responsive Design und damit von Web-Apps. Diese – streng genommen – mobilen Webseiten mit erweitertem Funktionsumfang bieten dem Nutzer bei der Handhabung ein „App-Gefühl“ sowie eine optimierte Bedienbarkeit mit dem mobilen Endgerät. Allerdings bestehen gegenüber nativen Apps doch entscheidende Nachteile:

  • Geringere Leistungsfähigkeit: Aufgrund des höheren Netztraffics sind sie in der Regel langsamer als native Apps.
  • Bedienerfreundlichkeit: Schlechtere User-Experience, da das plattformspezifische Look & Feel einer nativen App nicht erreicht wird. Außerdem fehlt die schnelle Zugriffsmöglichkeit über ein Icon.
  • Zusatzfunktionen: Hardwarenahe Funktion wie z.B. Kamera, Kompass oder Wallet können nicht genutzt werden.

Herausforderer 2: plattformspezifische native Apps

Also doch besser native Apps, die speziell auf bestimmte Geräte bzw. Betriebssysteme zugeschnitten sind? Dagegen spricht, dass die immer größere Vielfalt an Plattformen und Geräten die Entwicklung zum einen zeitaufwändig und zum anderen kostenintensiv macht. Viele Unternehmen konzipieren ihre Apps in der Konsequenz für lediglich eine oder maximal zwei Plattformen. Eine selektive Bedienung, die vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Fragmentierung des Smartphonemarktes keinen langfristigen Erfolg verspricht.

Damit verdienen in unseren Augen beide Herausforderer einen Knock-out. Wie aber sieht ein Sieger aus? Klar ist, er muss überschaubare Kosten, mit schnellen Entwicklungszeiten und einer hohen Usability verbinden.

Der neue Herausforderer im Ring: das PASS Konzept one Model fits all

Die Lösung ist unsere Software Factory und der damit verbundene One-Model-fits-all-Ansatz. Ausgangspunkt ist hier die GUI-gestützte Modellierung der gewünschten Oberfläche sowie der Datenmodelle – und zwar unabhängig von einer Plattform oder Sprache.

Im zweiten Schritt wird aus dem erstellten Modell plattformspezifischer Code erzeugt. Das Bedienparadigma wird durch plattformspezifische Frameworks unterstützt. Bei Bedarf kann die lokale Anwendung über definierte Callbacks zusätzlich individuell angepasst werden. Das Ergebnis ist eine weitgehende Automatisierung der App-Entwicklung – der Anteil des individuell für die Plattform zu entwickelnden Source Codes reduziert sich um mehr als 75 Prozent.

Model Factory

Aus einem Modell werden die verschiedenen Zielplattformen unterstützt; zusätzlich sollten die heutigen Web-Portale ein Responsive Design anbieten

Unsere Software Factory punktet damit klar in der Wertung:

  • Deutliche Reduktion der App-Entwicklungszeiten und -kosten
  • Berücksichtigung des gerätespezifischen Look & Feels
  • Kurze Updatezeiten
  • Einfache Integration plattformspezifischer Komponenten

Eindeutiger Sieger nach Punkten: automatisiert erstellte native Apps

Kosten gegen Usability – diese beiden Argumente standen sich in der Diskussion rund um das Thema App-Entwicklung lange im Ring gegenüber. Die Software Factory macht diesen Kampf überflüssig. Unser One-Model-fits-all-Konzept ermöglicht die wirtschaftliche Entwicklung nativer Apps für alle relevanten Betriebssysteme. So verbinden wir Kostenattraktivität und kurze Entwicklungszeiten mit einer plattformspezifischen User-Experience. Gerade im Hinblick auf die Fragmentierung des Smartphonemarktes schaffen wir für unsere Kunden damit einen Wettbewerbsvorteil. Sie profitieren von maßgeschneiderten Apps, vermeiden eine selektive Bedienung der Zielgruppen und sind damit bestens für die Zukunft gerüstet. Denn eines zeigen die wachsenden Absatzzahlen von Smartphones ganz deutlich: Champion wird nur, wer das marktstrategische Potenzial von Apps voll ausschöpft. Alle anderen steuern einem vorzeitigen K.o. entgegen.

PASS nutzt den One-Model-fits-all-Ansatz aktuell für die Entwicklung der PASS Mobile-Banking-Lösung. Diese wird bis zum 3. Quartal 2013 auf den Plattformen iOS, Android und Windows Phone mit Unterstützung des plattformspezifischen Look & Feels bereitgestellt.

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Der Autor

Andreas Rinner

Andreas Rinner ist Head der Business Unit Technologies, Leiter des R&D-Bereiches sowie Mitglied der Geschäftsleitung der PASS Consulting Group. Der Diplom-Informatiker leitet und koordiniert die Analyse und Entwicklung neuer Technologien. Die Business Unit Technologies unterstützt PASS Kunden mit Assessments sowie Marktstudien und initiiert darüber hinaus Forschungsprojekte und -partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Zusätzlich führt das Team um Andreas Rinner auch unternehmensintern Forschungs- und Entwicklungsaufträge durch und ist die treibende Kraft für die stetige Erweiterung der Branchen- und Technologiekompetenz von PASS.